Der Flug der am 13. Juli 2019 um 14:31 Uhr gestarteten Raumsonde Spektrum-Roentgen-Gamma (SRG) verläuft weiterhin planmäßig. An Bord von SRG befinden sich zwei Röntgenteleskope: das bereits in Betrieb genommene, in Russland entwickelte ART-XC Teleskop (Astronomical Roentgen Telescope X-ray Concentrator) sowie das in Deutschland am MPE (Garching) entwickelte eROSITA-Teleskop, das den weichen Röntgenbereich bei Energien von 0.3 - 10 keV abdeckt. eROSITA besteht aus insgesamt sieben mehr oder weniger identischen Röntgenteleskopen, die nacheinander in Betrieb genommen werden.
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Erstes Röntgenbild des Teleskopmoduls 6 (TM6) von eROSITA mit einem Himmelsausschnitt um das UDS-Feld (Bildnachweis: H. Brunner, K. Dennerl, C. Grossberger, G. Lamer; eROSITA-Konsortium)
Im Bild ist ein Himmelsausschnitt um das sog. UDS (Ultra-Deep Survey) Feld zu sehen, in dem sich zahlreiche Röntgenquellen befinden; die Belichtungszeit betrug ca. 2000 Sekunden. Die Röntgendetektoren an Bord von eROSITA weisen räumlich aufgelöste einzelne Zählereignisse nach, die als Bild dargestellt werden. Röntgenbilder unterscheiden sich von Bildern im optischen Bereich durch dieses Photonenrauschen, das im oben gezeigten Bild durch Glätten verringert wurde. Sind alle sieben Teleskope von eROSITA in Betrieb genommen, wird die Empfindlichkeit deutlich gesteigert und weitere, schwächere Röntgenquellen werden sichtbar. Bei dem Großteil der gezeigten Röntgenquellen handelt sich um aktive Galaxienkerne (sog. AGN), aber auch Galaxienhaufen und Sterne leisten einen Beitrag zur Gesamtpopulation. Im Rahmen der geplanten vierjährigen eROSITA-Himmelsdurchmusterung erwartet man die Entdeckung von ca. vier Millionen Röntgenquellen, u.a. drei Millionen AGN, 0.7 Millionen Sterne und ca. 100000 Galaxienhaufen, mit denen eine Vielzahl von astrophysikalischen Fragestellungen bearbeitet werden.