Die am 13. Juli 2019 um 14:31 Uhr gestartete Raumsonde Spektrum-Roentgen-Gamma (SRG) ist auf ihrem Weg zum Lagrangepunkt L2.  An Bord von SRG befinden sich zwei Röntgenteleskope, das in Deutschland entwickelte eROSITA-Teleskop, welches den weichen Röntgenbereich bei Energien von 0.3 - 11 keV abdeckt, und das in Russland entwickelte ART-XC Teleskop (Astronomical Roentgen Telescope X-ray Concentrator). ART-XC besteht aus sieben Einzel-Teleskopen, die den gleichen Himmelsausschnitt beobachten.Jedes einzelne Teleskop besteht jeweils aus 28 Einzelschalen, die mit Nickel und Kobalt beschichtet sind und so den Teleskopen eine Empfindlichkeit bis 30 keV ermöglichen. Während das eROSITA-Teleskop noch ausgast und noch nicht  eingeschaltet werden kann (dies ist im September geplant), nimmt ART-XC bereits Daten auf.

Im Bild ist die Röntgenquelle Cen-X3 zu sehen, wie sie in den sieben ART-XC Einzelteleskopen erscheint. Cen-X3 ist ein sogenannter Röntgenpulsar, der aus einem Neutronenstern und einem Überriesen vom Typ O besteht. Letzterer ist mehr als zwölf Mal so groß wie die Sonne, während der Neutronenstern eine Größe von ca. 10 Kilometern besitzt und somit leicht innerhalb Hamburgs untergebracht werden könnte. Die beiden Sterne umkreisen einander mit einer Periode von etwas mehr als zwei Tagen. Dabei "saugt" der Neutronenstern Materie von seinem Begleiter auf, die entlang des Magnetfelds auf den Neutronenstern stürzt und zur Röntgenemission führt. Die Röntgenemission erfolgt nicht konstant, sondern "pulsiert" mit einer Periode von 4.84 Sekunden, was als Rotationsperiode des Neutronensterns interpretiert wird.

First light ART XC 30 07 2019

Die Röntgenquelle Cen X-3, wie sie in den sieben Art-XC Teleskopen erscheint.  Im unteren Bild ist die Röntgenlichtkurve von Cen-X3 gezeigt, die mit einer Periode 4.84 Sekunden "pulsiert" und die Rotations des Neutronensterns anzeigt (Bildnachweis:  IKI, Roskosmos)