PROTON1Am 13. Juli 2019 um 14:31 Uhr wurde die Raumsonde Spektrum-Roentgen-Gamma
(SRG) erfolgreich vom Kosmodrom in Baikonur (Kasachstan) gestartet. Mit an Bord ist das
Röntgenteleskop eROSITA, das, unterstützt vom Deutschen Zentrum für
Luft- und Raumfahrt (DLR), von einem Konsortium deutscher Institute
unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE)
entwickelt und gebaut wurde. Die Hamburger Sternwarte ist Teil dieses Konsortiums
und im Rahmen des SRG-Projekts für die Missionsplanung zuständig. Der Start mit
der Proton-Rakete verlief wie geplant ebenso wie der Einschuss in den Weg
zum Lagrangepunkt L2 des Erde-Sonne-Systems, wo eROSITA seine Messungen
durchführen wird. Die Sonnensegel entfalteten sich und die Instrumente
konnten eingeschaltet werden. 
 
Im Bild sind der Hamburger eROSITA-Projektleiter Prof. Schmitt und Dr. Robrade
vor der Proton-M Rakete zu sehen, die eROSITA ins All trug. Die Rakete
hat eine Höhe von 57 m und wiegt beim Start knapp 700 Tonnen; die Nutzlast,
also das Raumschiff und die astronomischen Instrumente, wiegt ca. 3,5 Tonnen.
Das eROSITA-Instrument verfügt über sieben identische Einzelteleskope, die
jeweils ein Spiegelmodul mit 54 ineinander verschachtelten Spiegelschalen und eine
Röntgenkamera im Fokus kombinieren. Das Gesichtsfeld der Teleskope von 1 Grad
wird es eROSITA ermöglichen, die erste vollständige Himmelskarte im mittleren
Röntgenbereich bis 10 keV mit bisher unerreichter spektraler und räumlicher
Auflösung durchzuführen. Etwa drei Monate nach dem Start wird das Teleskop
seinen Orbit um L2 erreichen und seine vierjährige Himmelsdurchmusterung beginnen
eROSITA soll während seiner Himmelsdurchmusterung mehr als 3 Millionen Röntgenquellen
erfassen. Darunter sind Galaxienhaufen, die massereichsten Objekte im Universum,
Schwarze Löcher, Supernova-Überreste, Neutronensterne und sonnenähnliche Sterne, die
beobachtet, lokalisiert und vermessen werden. Zu diesem Zweck durchmustert eROSITA alle
sechs Monate den gesamten Himmel und erstellt in vier Jahren eine tiefe und detaillierte Karte des
Universums im Röntgenbereich. Auf diese Weise wird eROSITA die gigantischste kosmische
Inventur des heißen Universums durchführen und so einen wichtigen Beitrag leisten, die Struktur des Kosmos und  dessen Entwicklung besser zu verstehen.
Das besondere Interesse der Hamburger Wissenschaftler gilt zum einen den Sternen und zum anderen den Galaxienhaufen und Daten von eROSITA werden in der nächsten Dekade im Fokus der Arbeiten an der Sternwarte stehen.