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Wintersemester 2008/09

Kolloquium zur Geschichte der
Naturwissenschaften, Mathematik und Technik

Hamburger Jahr der Mathematik 2008

Internationales Jahr der Astronomie 2009

Gesamt-Programm zum Ausdrucken

Dienstags 18.15 bis 19.45 Uhr,
Geomatikum (Bundesstr. 55),
Hörsaal 6 (Erdgeschoß)

Inhaltsangabe der Vorträge


Vor dem Kolloquium um 17.30 Uhr wird Kaffee und Tee in E 11/13 angeboten.



Flyer

14.-17. Oktober 2008

  • International ICOMOS Symposium ,,Cultural Heritage: Astronomical Observatories (around 1900) - From Classical Astronomy to Modern Astrophysics'',
    organisiert von Gudrun Wolfschmidt

21. Oktober 2008

28. Oktober 2008

- Termin wird ersetzt durch Donnerstag 30. Oktober 2008

30. Oktober 2008

4. November 2008

- wird ersetzt durch ICOMOS-Veranstaltung am Mittwoch 15. Oktober 2008 in der Hamburger Sternwarte

11. November 2008 - Vortrag findet in Bremen statt

  • Gudrun Wolfschmidt (SPGN, Uni Hamburg)
    Wilhelm Olbers und die Astronomie seiner Zeit
    anläßlch des 250. Geburtstages von Wilhelm Olbers (1758-1840)

Montag 17. November 2008, 18.00 Uhr

25. November 2008

2. Dezember 2008

9. Dezember 2008

- entfällt wegen Absage des Referenten

16. Dezember 2008



Weihnachtsferien

6. Januar 2009

13. Januar 2009

20. Januar 2009

- entfällt wegen Vortrag von G. Wolfschmidt in Marburg.

27. Januar 2009 - im Landesinstitut für Lehrerbildung
und Schulentwicklung in Hamburg,
Felix-Dahn-Straße 3, 20357 Hamburg

3. Februar 2009

  • Semester-Abschluß-Veranstaltung


Gudrun Wolfschmidt


Planung - SS 2009

  • Dr. Gerd Hoffmann-Wieck (Universität Kiel, Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, IFM-Geomar)
    Echolot
  • Dr. Reinhard Witzlau (Gransee) Anfang Januar 2008
    Instrumenta Apiani - Messtechnik in vorteleskopischer Zeit in multimedialer Darstellung
    (Peter Apian - vielleicht in Zusammenhang mit Behaim oder Frisius)


Vgl. die Vorträge im Kolloquium über Reine Mathematik (im Mathematischen Seminar)
Vgl. die Vorträge im Mathematischen Kolloquium
Vgl. weitere Vorträge im Fachbereich Mathematik
Vgl. die Vorträge im Astronomischen Kolloquium der Hamburger Sternwarte
Vgl. die Vorträge im Vorträge bei DESY und die Vorträge in der Physik (Jungiusstr.)
Vorträge in der Hamburger Sternwarte (Förderverein)
Vorträge in der Mathematischen Gesellschaft Hamburg
Vgl. die Vorträge im Philosophischen Kolloquium
Vgl. die Vorträge im Zoologischen Kolloquium

Frühere Kolloquiumsvorträge



Inhaltsangabe der Vorträge

Shylaja B.S. (Bangalore,India)
Astronomical orientations in the temple architecure in India

Almost every civilization of the past had special affinity towards temples and many ruined structures bear testimony to this. India has a long tradition of temples and studies related to the development of culture, tradition and social structure have all been centered around temples. However, not much attention is paid towards the study of temples as portals of science. A summary of such investigations carried out is presented here. Many temples have astronomical ideas incorporated into their architectural design, which needs to be reestablished. Here is a report of such study limited to a smaller number of temples, which show that temples maintained standards of linear measurements apart from time keeping.

Gudrun Wolfschmidt (SPGN, Uni Hamburg)
Navigare necesse est - Geschichte der Navigation

Die Ausstellung ist in folgende Themen gegliedert
  • Anfänge der Navigation - Polynesien, Antike, China, Wikinger
  • Der Transfer des Magnetkompaß ins Abendland - Mittelalter bis Frühe Neuzeit
  • Kompaß, Log und erdmagnetische Karten: Halley - Gauß - Neumayer
  • Instrumente zur astronomischen Navigation: Vom Seeastrolab und Jakobsstab bis zum Sextanten
  • Messung des Längengrades - Uhren, Chronometer
  • Landnavigation - Navigationsschulen - Zeitball
  • Von der optischen und elektromagnetischen Telegraphie zur Funktechnik
  • Moderne Navigation: Radartechnik, Navigation in der Luft- und Raumfahrt, Satellitennavigation GPS.





Bernd Ulmann (Mainz)
Von der Raketensteuerung zum elektronischen Analogrechner - Helmut Hoelzers Arbeiten in Peenemünde

Die während des Zweiten Weltkrieges entwickelte Rakete A4, die als Vergeltungswaffe 2, kurz V2, zu trauriger Berühmtheit gelangte, eröffnete nicht nur neue Wege in der Kriegsführung, sondern öffnete vor allem den Weg ins All und führte zur Entwicklung neuerartiger Steuerungs- und Rechentechniken. Konkret wurden im Zuge ihrer Entwicklung unter anderem der erste elektronische Bordrechner sowie der erste elektronische Analogrechner der Welt entwickelt. Beide Entwicklungen wurden massgeblich von Helmut Hoelzer durchgeführt, dessen diesbezügliche Peenemünder Arbeiten der Vortrag darstellt.

Prof. Dr. Andreas Kühne (LMU München)
Dürer als Mathematiker und Kunsttheoretiker und seine Rezeption in der Frühen Neuzeit

Der Maler und Goldschmied Albrecht Dürer (1471-1528) nimmt unter den Kunsttheoretikern nördlich der Alpen eine singuläre und schulbildende Stellung ein. Spätestens seit 1494 bemühte er sich um perspektivisch richtig konstruierte Architekturdarstellungen. In der Folgezeit beherrschte die ,,Pespectiva artificialis'' zunehmend sein malerisches und zeichnerisches Werk. Mit der Absicht, selbst ein umfassendes Lehrwerk der geometrischen und perspektivischen Grundlagen für Maler und Kunsthandwerker zu schaffen, gab Dürer 1525 in Nürnberg die ,,Underweysung der messung mit dem Zirckel und richtscheyt'' heraus. Bei der ,,Underweysung'' handelt es sich um das erste umfassende Lehrbuch der Geometrie in deutscher Sprache. Die vier Bücher des Lehrwerks behandeln mit den Methoden der darstellenden Geometrie ebene Kurven, reguläre Polygone, Netzabwicklungen regulärer Körper und Sonnenuhren und am Ende des vierten Buchs die Lehre von der Perspektive. Die in der ,,Unterweisung'' nur kurz behandelte ,,Perspektive'' wurde in den letzten Lebensjahren zum wichtigsten Gebiet seiner theoretischen Arbeit, das in einem eigenen umfangreichen Lehrbuch behandelt werden sollte, von dem aber nur Notizen im schriftlichen Nachlass existieren.
─hnlich wie die Beschäftigung mit der ,,Perspektive'' waren die Proportionsstudien ein Thema, dem sich Dürer bereits seit den 90er Jahren des 15. Jahrhundert gewidmet hatte. Ein erstes Manuskript seiner Proportionslehre konnte er 1523 fertigstellen. Gedruckt erschien das Buch erst im Oktober 1528 ,,fünf Monate nach Dürers Tod. Die ,,Vier Bücher von menschlicher Proportion'' behandeln die näherungsweise Konstruktion menschlicher Körper und bilden zugleich einen kritischen Kommentar zu Leone Battista Albertis Proportionslehre (1435).
Die besondere Bedeutung von Dürers geometrischen und kunsttheoretischen Werke liegt darin, dass hier erstmalig im deutschsprachigen Raum darstellerische Probleme eine strikt wissenschaftliche Behandlung fanden. Der Platz der ,,Perspektive'' am Schluss der ,,Underweysung'' betont, ,,dass die Perspektive keine lediglich zum Hilfsmittel für Malerei und Baukunst bestimmte technische Disziplin, sondern ein bedeutender Zweig der Mathematik ist, tauglich, fortentwickelt zu werden zu dem, was jetzt als allgemeine projektive Geometrie bekannt ist'' (Erwin Panofsky).
Die Bedeutung Dürers als Autor für die Entwicklung der Geometrie und der Kunsttheorie wird insbesondere durch seine breitgefächerte Rezeption im 16. und frühen 17. Jh. deutlich. Getragen wurde sie ma▀geblich von einer Gruppe von schreibenden und konstruierenden Künstler-Handwerkern, die bisher nur unzureichend erforscht worden ist. Der Vortrag geht auch auf die politischen, sozialen und konfessionellen Einflussfaktoren ein, unter denen sich - vor allem in Nürnberg - die Formierung des neuen Wissens vollzog.

Prof. Dr. Andrea Blunck (Universität Hamburg, Department Mathematik):
Frauen in der Geschichte der Mathematik

In der Geschichte der Mathematik sind nur relativ wenige Frauen bekannt. Einige von ihnen werden in diesem Vortrag vorgestellt, von Hypatia von Alexandria (370-415) über Maria Gaetana Agnesi (1718-1799) zu Ruth Moufang (1905-1977). Neben Leben und Werk dieser Mathematikerinnen wird dabei auch der Status von Frauen in der Wissenschaft in den verschiedenen Epochen thematisiert.

Hans-Joachim Höppner (Universität Hamburg, SPGN)
[Morse-Theorie] - abgesagt!

Younouss Wadjinny (Universität Braunschweig)
Mathematik ist lebendiger mehr als man glaubt

2008 ist das Jahr der Mathematik. In ganz Deutschland gab es, und gibt es immer noch, in diesem Rahmen viele Veranstaltungen, mit vielen verschieden interessanten Ideen, zum Veranschaulichen des Themas. Um klar zustellen, wie wichtig diese Mathematik für Alle damals und heute ist. Nach meinem Gefühl, haben diese vielen anregenden Veranstaltungen Einiges gebracht, um zu veranschaulichen, wie wichtig und schön Mathematik sein kann.
Von Anfang an ist klar, dass die Angst vor Mathematik abgebaut werden muss. Auch zu betonen, dass Mathematik schön ist oder die Schönheit produziert wenn nicht sogar beschreibt. Mit Mathematik kann man spielen und Spaß haben, dass war und ist mindestens die Botschaft von vielen Veranstaltungen in diesem Jahr
  1. Mathematik ist eine Hilfswissenschaft für die Naturwissenschaften, aber es ist keine Naturwissenschaft.
  2. Mathematik ist eine besondere Disziplin und hat aber keine einfache Definition ...
  3. Mathematik ist auch eine sehr alte Wissenschaft, man spricht sogar von Ethno-Mathematik.
  4. Mathematik wird auch viel von einigen Pseudo - Wissenschaften z.B. Nummerologie, oder auch mit andren Fantasie bzw. Sciencefiction Ideen genutzt, (Spiel - Theorie, Wahrscheinlichkeits - Theorie oder Chaostheorie)
Gegen die Mathematik gibt es vielerlei Vorwürfe, unter anderem, dass sie trocken sei. Es ist schwer, die Menschen von dem Gegenteil zu überzeugen. Man braucht Begeisterung und Leidenschaft für dieses Fach, damit man die Menschen in den Bann der Mathematik ziehen kann. Ich möchte einer von ihnen sein, einer der die Menschen begeistert von dieser Schönheit ... der Schönheit der Mathematik.
Younouss Wadjinny, Mathematik Student an der TU Braunschweig, Begründer und erster Vorsitzender von dem ,,Internationalen Kreis der Carl Friedrich Gauß Freunde e.V.'', Urheber von der Königinkuss Initiative behauptet, dass der Mathematikunterricht trocken ist aber nicht die Mathematik an sich. Um diese Mathematik lebendig zu machen, brauchen wir die Lehren, die Geschichte der Mathematik, Zitate, Spiele, u.s.w.
Berichte von der Königinkuss - Mathematik - Theater - AG an dem Martino-Katharineum Braunschweig, und von Königinkuss - Vorträgen an der Tu Braunschweig, zeigen wie wichtig diese Elemente sind, um das Interesse nach Mathematik zu steigern.
Mathematik ist doch lebendiger, mehr als man glaubt!



Weihnachtsferien

Klaus Barthelmess (Köln)
Tierische Navigationsfehler? Zur Kultur- und Wissenschaftsgeschichte von Wal-Strandungen

Auf ihren saisonalen Wanderungen verirren sich Tiere selten. Meist fallen diese ,,Navigationsfehler'' nur Fachleuten auf. Kommt das verirrte, fremde Tier zu Tode, ist diesem ,,Exoticum'' etwas größere Aufmerksamkeit gewiss.
Sensationell indessen sind gestrandete Wale, die der Überlieferung seit Jahrhunderten der Überlieferung wert waren. Vielfältig, zu verschiedenen Quellengattungen gehörend, waren die Formen der Überlieferung. In dem Kolloquium werden die kulturgeschichtlichen Quellentypen über Walstrandungen aus 13 Jahrhunderten vorgestellt und ihr Erkenntniswert für die moderne Forschung über historische Verbreitungs- und Strandungsmuster diskutiert.

PD Dr. Cornelia Lüdecke (Universität Hamburg, SPGN -- München):
Die Bewohner der Arktis und ihre Erforschung - ein deutscher Beitrag aus dem 1. Internationalen Polarjahr 1882-1883

In Deutschland wurden ethnologische Studien in der ostkanadischen Arktis hauptsächlich von zwei Expeditionsberichten beeinflußt, die beide 1881 publiziert wurden. Der böhmische Reisende Heinrich Klutschak (1848-1890) nahm als Geodät an der letzten amerikanischen Franklinsucherexpedition (1878-1880) unter der Leitung von Friedrich Schwatka (1849-1892) teil. Sie wurden von ansässigen Eskimos geführt und lebten von den Resourcen des Landes. Nach der Rückkehr veröffentliche Klutschak in seinem Buch "Als Eskimo unter Eskimos" einen detaillierten ethnologischen Bericht über die Eskimos. Die Expedition bewies, daß Europäer ohne zusätzliche Lebensmittel im Hohen Norden reisen konnten, wenn sie von einheimischen Eskimos unterstützt wurden und sich selbst an ihre Lebensweise anpassten.
Als 1880 Hagenbecks Völkerschau erstmals Eskimos nach Berlin brachte, nutzte der Ethnologe Adolf Bastian (1826-1905) die Möglichkeit für anthropologische Vermessungen dieser bisher wenig bekannten Menschenrasse aus. Auch das ethnologische Interesse des Physikers und Mathematikers Heinrich Abbes (1856-1937) aus Bremen wurde geweckt, als er während des 1. Internationalen Polarjahres (1882-1883) auf der deutschen Station am Cumberland Sund (Baffin Island) als Assistent tätig war. Die deutsche Station wurde zu einem Knotenpunkt für reisende Eskimos, die ihre Stammesmitglieder besuchten, welche auf der Station arbeiteten und den Fremden halfen, mit den klimatischen Herausforderungen des Hohen Nordens zurecht zu kommen. Abbes interessierte sich nicht nur für ethnographische Artefakte wie Kleidung, Jagdwaffen, Zelte oder Igloos, sondern auch für Kajaks und die Sprache.
Als das von der Deutschen Kommission für das Polarjahr gecharterte Schiff ,,Germania'' die Stationsbewohner im September 1883 vom Cumberland Sund wieder abholte, brachte es den Berliner Geographiestudenten Franz Boas (1858-1942) mit, der Baffin Island und seine Einwohner erforschen wollte. Boas' erste Studien in dieser Gegend, die auf Klutschaks und Abbes Vorarbeiten basierten, bestimmten seine weitere Karriere als Ethnologe und Gründer der amerikanischen Kulturanthropologie.

PD Dr. Karl Heinrich Wiederkehr
(Universität Hamburg, SPGN):
Vortrag zur Ausstellung Navigation:
Wie hat Columbus navigiert?

Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Frage, welche Navigationsmethoden Christoph Columbus bei seinen vier Entdeckungsfahrten von 1492 bis 1504 benutzt hat. War es die astronomische Methode mit Astrolab, altem Quadranten und Jakobsstab, die entscheidend zur Entdeckung der Neuen Welt geführt haben, oder war es die Koppelnavigation mit Karte, Kompass, Lineal und Zirkel einschließlich der Bestimmung der Schiffsgeschwindigkeit. In der Flut von Büchern und Abhandlungen finden sich darüber die verschiedensten Ansichten. Dank der Harvard Columbus Expedition 1939/40, die anhand der Tagebuchaufzeichnungen von Columbus den Routen des Entdeckers folgten - dabei waren nautisch ausgebildete Fachleute -, wurden viele Irrtümer der Chronisten revidiert. Die damaligen Vorstellungen über die Gestalt der Erde werden betrachtet. Ebenfalls werden die Verdienste der Portugiesen, die das Entdeckungszeitalter eingeleitet hatten, kurz dargestellt. So wird auch über den neuen überseetüchtigen Schiffstyp, die Karavelle kurz referiert, und zum Schluss noch über das tragische Lebensende von Columbus mit seinen Enttäuschungen berichtet.



Neuere Forschungen/Kolloquium seit 1995