Universität Hamburg - Fachbereich 11 Mathematik

Institut für Geschichte der Naturwissenschaften, Mathematik und Technik

Leopoldina-Preis für Wissenschaftsgeschichte für die Dissertation von Dr. Torsten Rüting

vgl. Presseinformation 13 (2001) - Halle, 6. April 2001


Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ehrte den Biologiehistoriker Dr. Torsten Rüting (Hamburg) mit dem Leopoldina-Preis für Wissenschaftsgeschichte für seine mit Auszeichnung benotete Dissertation über den russischen Grundlagenforscher Pawlow.

Torsten Rüting wurde 1959 in Hamburg geboren. Dort studierte er von 1981 bis 1988 Biologie. 1986 erfolgte ein 4-monatiger Sprachstudienaufenthalt an der Universität Leningrad; 1988 erhielt er das Diplom. Thema der neurobiologischen Diplomarbeit: ''Der Einfluß visueller Reize auf Neuronen der Hörbahn der Grille, Gryllus bimaculatus''. Es folgten Lehr- und Forschungsarbeiten an der Universität Hamburg; von 1990 bis 1995 Promotionsstudium Geschichte der Naturwissenschaften am Institut für Geschichte der Naturwissenschaften, Mathematik und Technik der Universität Hamburg; 1994 Aufenthalt als DAAD-Stipendiat in der Archiven der Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg und Moskau. 1995 bis 1999 erfolgte die Bearbeitung der Dissertation in Hamburg (Betreuer Prof. Dr. Christian Hünemörder), 2000 Disputation der Dissertation mit dem Thema: ''Pawlows Bestimmung und Vermächtnis im Diskurs um die Entwicklung von Disziplin während der Modernisierung Rußlands und der Schöpfung der Sowjetzivilisation''.

Im Rahmen seiner Dissertation hat Rüting eine Deutung der Persönlichkeit und der umstrittenen Lebensleistung des russischen Physiologen Petrovic Pawlow (1849-1936) vorgenommen und mit Fakten belegt, die bisher nicht verstandene Widersprüche löst. Rüting weist zum Beispiel überzeugend nach, warum Pawlow, der erklärte Feind des Bolschewismus und vor allem seiner Bildungspolitik, gerade von Lenin und seinen Nachfolgern überaus großzügig gefördert wurde. Pawlow war zur Kollaboration bereit, weil er sich mit der neuen politischen Führung mit dem Ziel der notwendigen Disziplinierung des russischen Volkes einig wusste.

Der für eine wissenschaftshistorisch hervorragende Einzelleistung (Dissertation, Habilitation, Buch) gestiftete Leopoldina-Preis für Wissenschaftsgeschichte wird an jüngere Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler vergeben. Der Preis ist mit 4.000 DM dotiert. Die Vergabe des Leopoldina-Preises für Wissenschaftsgeschichte fand im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Jahresversammlung der Leopoldina am 6. April 2001 in Halle (Saale) statt.



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Die letzte Änderung stammt vom 9. April 2001.
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