Hauptdienstgebäude


(Das Hauptdienstgebäude [193kB]) Bevor zunächst an einen wissenschaftlichen Betrieb zu denken ist, muß die Verwaltung aufgebaut werden. Diesem Zweck ist in erster Linie das Hauptdienstgebäude gewidmet. Aus diesem Grund ist mit dem Bau bereits im Herbst 1906 begonnen worden. 1907 waren die Maurerarbeiten abgeschlossen, die Fertigstellung der Inneneinrichtung zog sich aber bis 1909 hin.
Neben der absolut lebensnotwendigen Verwaltung enhält das Gebäude die Bibliothek und ein Direktorenzimmer. Die Bibliothek war ursprünglich im größten Raum des Gebäudes, der sich über beide Geschosse erstreckt und eine Grundfläche von 8 × 11½ m besitzt, untergebracht.
Im Keller wurde unterhalb der Bibliothek eine besondere 6 × 9½ m große Uhrenkammer für die Hauptuhren der Sternwarte eingerichtet, in der Temperaturschwankungen so gering wie möglich sein sollten. Zu diesem Zweck wurde die Kammer nach allen Richtungen hin isoliert und von einem besonders ventilierbaren Gang umgeben. Im Keller waren weiter untergebracht: die Betriebsuhren des Zeitdienstes, eine Akkumulatorenbatterie für den Strom auf dem Gelände, eine feinmechanische Werkstatt und die Dampfheizungsanlage.
Im Erdgeschoß gab es neben den Diensträumen ein Zimmer für die Erledigung der Zeitdienstarbeiten und einen Raum zur Aufbewahrung des Kometensuchers und kleinerer Instrumente, die auf der im Süden vorgelagerten Terrasse benutzt werden konnten.
Im Obergeschoß befanden sich zwei Laboratorien für physikalische und photographische Arbeiten, eine Dunkelkammer und ein Meßraum. Auf einer Plattform des Daches sollten schließlich meteorologische Instrumente Aufstellung finden.

Heute sind die technischen Einrichtungen nicht mehr im Hauptdienstgebäude untergebracht, dafür hat die Bibliothek mit insgesamt fünf weiteren Räumen für Bücher und Archivmaterial mehr Platz. In der ehemaligen Uhrenkammer befinden sich wissenschaftliche Berichte und gebundene Zeitschriftenbände. Es stehen weitere Räume als Arbeitszimmer für Wissenschaftler zur Verfügung. Auch das Direktorenzimmer gibt es noch.
Die feinmechanische Werkstatt ist heute in einem eigenen Gebäude untergebracht.


Text von Jan-Uwe Ness