Unter Mitwirkung Hamburger Astrophysiker wurde ein extrasolarer Planet der Größe Neptuns entdeckt, der sich in der sogenannten habitablen Zone um einen M Zwerg bewegt. Die habitable Zone ist derjenige Abstandsbereich vom Zentralstern, in dem Wasser in flüssiger Form, und somit Leben wie wir es kennen, vorkommen kann. M Zwerge wiederum sind die kleinsten und kühlsten Sterne. Für so kleine Sterne ist ein Planet der Größe Neptuns etwas Besonderes, vor allem, wenn er sich in der habitablen Zone befindet.
f4d9439be63ba82a372f4344ef9e2eb5Die Entdeckung erfolgte mittels der Radialgeschwindigkeitsmethode. Die gemessene Periode beträgt ca. 86,5 Tagen und die große Halbachse der Bahn beträgt 0,32 astronomische Einheiten (eine astronomische Einheit ist die Entfernung Erde-Sonne). Die Mindestmasse des Planeten ist das 25-fache der Erdmasse. Diese Werte übersetzen sich in interessante Konsequenzen: Da der Mutterstern GJ 617 A nur 10,735pc (35 Lichtjahre) von uns entfernt ist, ist es prinzipiell möglich, die Gegenbewegung des Muttersterns (Planet und Stern kreisen um den gemeinsamen Schwerpunt) mit dem GAIA Satelliten direkt zu sehen.
 
Dies ist die erste Planetenentdeckung von CARMENES. CARMENES ist ein Instrument am Calar Alto in Spanien, das genau zu diesem Zweck gebaut wurde: die Suche nach Planeten um kühle Sterne mit der Radialgeschwindigkeitsmethode. Dabei wird ausgenutzt, dass sich Planet und Mutterstern gegenläufig bewegen und man diese Bewegung des Muttersterns in seinem Spektrum messen kann, sofern die Genauigkeit des Spektrographen ausreicht. CARMENES liefert genau diese Genauigkeit und schon der Bau erfolgte unter Mitwirkung Hamburger Astronomen.
 
 
Bildbeschreibung:
Umlaufbahn des neuen Planeten HD 147379b um seinen Stern (rechts) im Vergleich zum Sonnensystem (links). Die sogenannte "bewohnbare" Zone, in der sich auch die Erde befindet, ist in beiden Systemen blau dargestellt.
 
Orginalveröffentlichung: