3C31 Xray

Die R‎adiogalaxie 3C 31 ist ca. 200 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Hamburger Sternwarte unter der Leitung von Dr. Volker Heesen hat diese Galaxie  jetzt erstmals mit dem digitalen Radiointerferometer LOFAR (LOw Frequency ARay) im 2-m-Licht genau vermessen und festgestellt, dass die Radioschweife dieser Galaxie eine Länge von 3 Millionen Lichtjahren haben. Damit fällt diese Radiogalaxie in die Unterklasse der “Gigantischen Radiogalaxien”. Am Himmel erscheint sie trotz ihrer großen Entfernung mit einem doppelt so großen Durchmesser wie der Mond.

Radiogalaxien entstehen dadurch, dass Materie in ein extrem massereiches schwarzes Loch fällt. Solche Löcher befinden sich zumeist in den Zentren von alten elliptischen Galaxien. Das magnetisierte Plasma (rot) strömt dabei nahezu mit Lichtgeschwindigkeit in fokussierten Jets senkrecht zur Akkretionsscheibe aus‎ und verteilt sich in das umgebende heiße Gas (blau), das sich in dem Galaxienhaufen befindet. Durch diesen Prozess verliert das Plasma allmählich seine Energie, und die Geschwindigkeit verringert sich. Mit den neuen langwelligen LOFAR-Beobachtungen lässt sich zeigen, dass sich das Plasma in den Schweifen nur noch mit einigen Tausend km/s ausbreitet. ‎Das entsprechende spektrale Alter der Radioschweife kann dann zu etwa 200 Millionen Jahren festgelegt werden.‎ So lassen sich mit LOFAR die ältesten Radiogalaxien studieren, was zuvor nicht möglich war.

Der zugehörige Artikel ist zur Publikation in der Fachzeitschrift “Monthly Notices of the Royal Astronomical Society” ‎aktzeptiert. Eine pre-print Version des Artikels findet sich frei verfügbar auf dem arXiv-Server (arXiv:1710.09746) unter dieser URL: http://arxiv.org/abs/1710.09746