Nach Abschluss der Wartungsarbeiten am Oskar-Lühning-Teleskop der Hamburger Sternwarte ist es einer Kollaboration zwischen Hamburger Astrophysikern und Kollegen der Yunnan Observatories (Chinesische Akademie der Wissenschaften) gelungen, Transitbeobachtungen extrasolarer Planeten mit von Hamburg aus bisher unübertroffener Genauigkeit aufzunehmen.

Das Oskar-Lühning-Teleskop der Hamburger Sternwarte ist mit einem Hauptspiegel von 1,2m Durchmesser und einer Brennweite von 15,6m eines der größten optischen Teleskope Deutschlands. Während der letzten Monate wurde der Hauptspiegel von Mitarbeitern des Institutes in der Spiegelbedampfungsanlage vor Ort neu beschichtet und das Teleskop neu ausgewuchtet. Diese Kalibration war aufgrund des Abbaus von Instrumentierung notwendig geworden, die für ein mittlerweile beendetes Experiment am Teleskoptubus befestigt worden war. Seit einigen Wochen ist das OLT damit wieder voll funktionsfähig.

 

Transitbeobachtungen von Exoplaneten

Im Zuge einer DAAD-Kollaboration zwischen den Arbeitsgruppen von Professor Gu der Yunnan Observatories in Kunming (China) und der Arbeitsgruppe von Prof. Schmitt (Hamburger Sternwarte) wird das OLT für die Beobachtung von Exoplanetentransits genutzt. Ziel des Projektes ist es, mögliche Abweichungen in den Zeitpunkten der Transits zu finden und so auf weitere, bisher unbekannte Planeten zu schließen. Dafür wird über mehrere Jahre eine Anzahl an Kandidatensystemen beobachtet, deren nachgewiesene Planeten Größen zwischen Neptun und Jupiter besitzen. Die bisher ausgewerteten OLT-Daten weisen eine Streuung von <1.04mmag auf, was eine mit dem OLT bisher unerreichte Genauigkeit darstellt. Damit wird es neben den zeitlichen Variationen auch möglich sein, sog. Spot-Crossing-Events zu detektieren, wobei es sich um die Bedeckung von kalten, dunklen Flecken auf der Sternoberfläche handelt. Somit können Rückschlüsse auf Eigenschaften der Zentralgestirne geschlossen werden wie Rotationsperiode und magnetische Aktivität.

 

 

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Bild: Transit des Exoplaneten HAT-P-16 b. Credit: L. Sun, V. Perdelwitz