Universität Hamburg Fachbereich Physik

Wieder ein volles Haus: Tag der Offenen Tür am 25. August 2007

Waren wir am Anfang noch skeptisch, ob so kurz nach den Schulferien unser "Tag der Offenen Tür" am 25. August auch bekannt genug war, so wurden wir doch schnell eines Besseren belehrt. Über 3200 Besucher wurden gezählt, bis gegen 23 Uhr die Veranstaltung ausklang. Dabei ist uns besonders aufgefallen, dass sich sehr viele Familien mit Kindern für die Sternwarte interessiert haben.

Am Abend stiegen die Erwartungen, denn viele wollten einmal einen Kugelsternhaufen oder einen Doppelstern durch ein Teleskop beobachten. Alle Teleskope waren für Beobachtungen vielfältiger Himmelsobjekte geöffnet. Zum ersten Mal nahm auch das Äquatorial nach erfolgreicher

Restaurierung in den letzten Jahren teil. Leider zogen immer wieder Wolken durch, so dass die visuellen Beobachter nur ab und zu etwas zu sehen bekamen. Mehr zu sehen gab es bei den mit einer CCD-Kamera ausgerüsteten Teleskopen "Oskar-Lühning-Teleskop" und "Hamburg Robotic Telescope". Der Besucherstrom löste sich erst gegen 23 Uhr auf, nachdem es kaum noch Aussichten gab, dass es aufklaren würde.

Auch das Vortragsprogramm war diesmal überfüllt, obgleich wir das Angebot erheblich erweitert hatten. Behandelt wurden diesmal Themen wie Die Entstehung des Sonnensystems, Schwarze Löcher und die mysteriöse Dunkle Materie und Dunkle Energie .

Geballte Forschung wurde in der Villa präsentiert. Die Forschungsgruppen der Sternwarte stellten mit Ausstellungen und Computer- Präsentationen ihre aktuellen Arbeiten vor. Die Themen reichten von der Aktivität der Sonne über das Universum im infraroten Wellenlängenbereich bis zu den Gravitationslinsen und dem Aufbau des Universums.

Eine Attraktion unter den zu besichtigenden Teleskopen war diesmal das Lippert-Teleskop, welches erstmalig mit einer Infrarotkamera ausgerüstet war.

Viel Andrang gab es bei dem "Hamburg Robotic Telescope", das in Hamburg im Probebetrieb läuft. Vermutlich konnte man es zum letzten Mal "live" besichtigen, da es bald an seinen endgültigen Standort am Observatorio La Luz / Mexiko überführt werden wird. Dann wird man "remote" von Hamburg aus beobachten können.

Im Teleskop-Park der Amateure waren diesmal Teleskope mit Öffnungen von 8 bis 46 cm vertreten. Die fast fleckenlose Sonne konnte ausgiebig beobachtet werden. Leider liessen nach Anbruch der Nacht die Wolken nur einen zeitweiligen

Blick auf hellere Objekte wie M57, M13 und M27 zu. Die Besucher waren insbesondere an der Funktionsweise der Amateurfernrohre interessiert. Und auch neue Mitstreiter in der Amateurgruppe haben sich angemeldet.

Das Äquatorial war Ausgangspunkt mehrerer gut besuchter Führungen über das Gelände unter dem Aspekt des Denkmalschutzes.

Das Kinderprogramm hatte mit Basteltischen im Freien, Rallys über das Sternwartengelände und selbstgebauten Wasserraketen für die Kleinen und Kleinsten etwas zu bieten. Und auch aus dem einen oder anderen Erwachsenen schien das innere Kind hervorzutreten, wenn es z.B. darum ging, den Raketenstart zu perfektionieren. Wenn dann aus Versehen auch schon mal die gesamte Abschusskonstruktion mit gen Himmel schoss, tat das der Attraktion des ganzen nur gut.
Es gäbe noch viel mehr zu berichten, z.B. von der Schülergruppe der Astronomiewerkstatt am 1m-Spiegel, von dem Werkstattmeister, der im Akkord Metallschmuck prägte, und den vielen Helfern und Helferinnen, die kaum zu einer Pause kamen. Denn die vielen Besichtigungen machten auch hungrig, so dass im Cafe und am Grillstand ständig Hochbetrieb war.

Bericht im Sternkieker (Jg.42.2007, S. 207-208)

Für alle, die es verpasst haben, hier nochmal unsere Ankündigung mit Rundgang und Programm
 
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Änderungen:
Text von D. Engels, 21.11.2007 mit Beiträgen von R. Heller und R. Heins
Photos von A. Müller, 25.8.2007
Seite eingerichtet, 21.11.2007