Universität Hamburg Fachbereich Physik

Rekordbesuch beim Tag der Offenen Tür am 10. September 2005

Am 10. September 2005 haben etwa 2700 Besucher aus Hamburg und Umgebung das herrliche Wetter ausgenutzt, um am Tag der Offenen Tür und in der "Langen Nacht der Sterne" die Hamburger Sternwarte zu besuchen. Am Nachmittag wurde in allen Gebäuden und Kuppeln die aktuelle astronomische Forschung vorgestellt, die Instrumente gezeigt und die Sonne beobachtet. Wem die Informationsflut zuviel wurde, ließ die Seele baumeln und campierte auf den Wiesen oder genoss selbstgebackenen Kaffee und Kuchen im Sternwarten-Cafe.

Am Abend bildeten sich dann Schlangen vor den Kuppeln und im Teleskoppark, denn jeder wollte einmal selbst den Kugelsternhaufen M13 oder den Vierfachstern Epsilon Lyrae durch ein Teleskop beobachten können. Alle Teleskope (mit Ausnahme des Äquatorials) waren für Beobachtungen vielfältiger Himmelsobjekte geöffnet. Leider machte die leichte Schlierenbewölkung die Beobachtung dunkler Objekte schwierig. Beeindruckt war man jedoch von den CCD-Photographien der automatisierten Teleskope "Oskar-Lühning-Teleskop" und "Hamburg Robotic Telescope".

Der Andrang löste sich erst auf, als gegen 22 Uhr die Bewölkung dichter wurde und die Beobachtungen zum Erliegen kamen.

Große Aufmerksamkeit wurde den Vorträgen entgegengebracht, die diesmal Fragestellungen wie Wie alt und wie groß ist das Universum?, Asteroiden - Gefahr für die Erde? und Sind wir allein im Universum? thematisierten. Ein Höhepunkt war auch der Vortrag von Bezirksamtsleiter Dr. C. Krupp zu den Astronomie-Park-Planungen über die Zukunft des Geländes der Hamburger Sternwarte.

Im Beamtenwohnhaus und in der Villa stellten die Forschungsgruppen der Sternwarte mit Ausstellungen und Computer-Präsentationen ihre aktuellen Arbeiten vor. Die Themen reichten von der Sonne über Planeten um fremde Sonnen bis zu den supermassiven Schwarzen Löcher am Rande des Universums.

Eine Attraktion unter den zu besichtigenden Teleskopen war das neue Hamburg-Robotic-Telescope, das in Hamburg im Probebetrieb läuft und seinen endgültigen Standort in Südafrika erhalten wird. Aber auch der Teleskop-Park der Amateure mit einer Vielzahl zum Teil eigenwilliger Konstruktionen war ständig überlaufen. Am Nachmittag wurden Protuberanzen in einem H-Alpha Coronado PST Gerät sowie die Sonne im sichtbaren Licht einer großen Zahl von Besuchern gezeigt. Sehr gefragt waren auch Informationen zur Astrofotografie und Fernrohrselbstbau. Am Abend wurden noch für einige Zeit Wega und Atair beobachtet. Für die Fans der historischen Gebäude hatte diesmal der Förderverein Hamburger Sternwarte e.V. einen besonderen Leckerbissen parat: Das älteste Teleskop der Sternwarte, das Äquatorial, welches ursprünglich schon am Millerntor aufgestellt worden war, präsentierte sich in seiner frisch renovierten Kuppel. Das Äquatorial war auch Ausgangspunkt mehrerer gut besuchter Führungen über das Gelände unter dem Aspekt des Denkmalschutzes.

Das Selbststudium der Geschichte der Astronomie war in den Ausstellungen oder im Schmidt-Museum möglich. Die technische Ausstattung der Sternwarte wurde in der Werkstatt gezeigt.

Der große Renner am Nachmittag war das Kinderprogramm, als zahlreiche Familien zu Besuch waren. 32 Kinder haben erfolgreich an der Schnitzeljagd durch alle Kuppeln teilgenommen und die einzelnen Instrumente unterscheiden gelernt. An die 100 Kinder haben Sonnenuhren und Sternkarten sowie zum ersten Mal auch Satelliten und Raketen gebastelt. Gut besucht von Jung und Alt war auch der Vortrag Ein Spaziergang durch das Sonnensystem, der speziell die Kleinsten ansprach und sie dazu anregte, darüber nachzudenken, dass es auf der Erde doch am schönsten ist. Gefragt, was sie an der Sternwarte am besten fanden, antworteten die Kinder: Die Teleskope und den Kindervortrag.

Schüler und Studenten der AG der Astronomie-Werkstatt haben "Astronomie zum Anfassen" präsentiert. Gezeigt wurden z.B. ein Foucault-Pendel und Einblicke in das Sonnenspektrum.

Vermutlich haben nur wenige Besucher alles gesehen, aber sicher haben alle Besucher etwas für sie Interessantes mitgenommen. Und wer am Ende noch am Kuchen-Buffet oder bei Wurst und Bier seinen Hunger und Durst gestillt hatte, ging hochzufrieden nach Hause. Das sagen uns jedenfalls die hunderte von Gesprächen, die wir geführt haben.
Für alle, die es verpasst haben, hier nochmal unsere Ankündigung mit Rundgang und Programm
 
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Änderungen:
Text von D. Engels, 14.09.2005 mit Beiträgen von B. Fuhrmeister, R. Heins und U. Wolter
Photos von A. Müller, 14.09.2005
Seite eingerichtet, 14.09.2005