Rüdiger Heins

Tag der Offenen Tür an der Hamburger Sternwarte

Am Samstag den 09.06.01 fand an der Hamburger Sternwarte ein Tag der Offenen Tür, unter Einbindung des Fördervereins Hamburger Sternwarte und der GvA statt. Bei heiterem Wetter wurden im Laufe des Tages ca. 2000 Besucher angelockt. Die Universität Hamburg präsentierte in Ausstellungen und Vorträgen eigene und internationale Forschungsvorhaben.
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Hier ist besonders das im letzten Jahr umgebaute Oskar-Lühning-Teleskop (1,2 m Öffnung) zu erwähnen. Das Instrument wird vollständig computergestützt betrieben und dient als Technologieträger für zukünftige Projekte. Es ist doch positiv zu wissen, dass in Bergedorf wieder praktische Profiastronomie betrieben wird.

Auch durch die Schule wird die Sternwartenanlage seit geraumer Zeit genutzt. Das Projekt "SehStern" der Hamburger Schulbehörde bietet astronomischen Unterricht und Beobachtungen an Sternwartenteleskopen im Rahmen des Physikunterrichtes an. Die Nachfrage ist hier sehr groß. Eigens für dieses Projekt wurde eine CCDKamera (AP 7) sowie ein kleines Coronado Halpha-Filter beschafft. Koordiniert wird das Ganze durch FHS-Mitglied Dr. Ulf Borgeest.

Leider gibt es auch nicht so gute Nachrichten: Die Hütte des Salvadorteleskopes wurde wegen Baufälligkeit gesperrt. Ein Sponsor möchte die Wiederinstandsetzung für Schul- und Amateuraktivitäten im Rahmen eines ABMProjektes unterstützen. Somit besteht begründete Hoffnung, dass das Instrument erhalten bleibt.

Der GvA-Stand wurde in der Sternwartenwerkstatt aufgebaut. Gerd Neumann, Oliver Rensch und Dirk Tscherniak betrieben hier Öffentlichkeitsarbeit und boten Teleskopberatung an. Hierzu hatten sie auch verschiedene Amateurgeräte aufgebaut. Durch die "Denkmalschützerfraktion" im FHS wurde in regelmäßigen Abständen zu Führungen über das Gelände eingeladen, die sich dann auch großer Beliebtheit erfreuten.

Die Bergedorfer Amateurgruppe in und um den FHS bot mit Amateurteleskopen von 4" bis 18" Öffnung Beobachtungen der Sonne sowie von Mars und Milchstraße an. Wobei letztere durch die gleichnamigen Schokoriegel vertreten waren. Am 18" Dobson bildeten sich dann lange Schlangen um die "Ersatzhimmelskörper" beobachten zu können. Wenigstens brauchte hierbei nicht nachgeführt zu werden. Helge Schlinzig hatte einen Info-Stand zum Thema Spiegelschleifen aufgebaut und wurde pausenlos mit Fragen gelöchert.

Die Sonne zeigte sich mit großen Fleckengruppen sehr aktiv. Einige Besucher waren der festen Überzeugung, dass es sich hierbei um Verschmutzungen der Optik handeln würde und ließen sich nur sehr schwer überzeugen.
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Das Interesse an den amateurastronomischen Aktivitäten war sehr groß, so dass bei uns immer dichtes Gedränge herrschte. Das hatte nicht nur positive Auswirkungen: Durch grabschende Kinderhände wurde ein Folienfilter zerstört. Ein kleines Mädchen machte Turnübungen an der Gegengewichtsstange einer nagelneuen GP-Montierung, mit dem Ergebnis, dass das Teleskop herumschwenkte und die Motorenverkleidung des Rekt.-Antriebes zerschmetterte.
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Das sind halt die Tücken der amateurastronomischen Öffentlichkeitsarbeit, man kann die Augen nicht überall haben. Diese kleinen Vorfälle störten auch nicht die gute Stimmung bei unserer Astrogruppe. Gegen 18:00 Uhr verließen die letzen Besucher das Gelände.

Nach Abbau der Teleskope und Stände gab es dann im kleinen Kreis noch einen Schluck Sekt. Der Tag der Offenen Tür in Bergedorf war mit Sicherheit für alle Beteiligten ein großer Erfolg. Daher plant die Hamburger Sternwarte solche größeren öffentlichen Veranstaltungen in kürzeren Zeitabständen durchzuführen, als es bisher der Fall war.