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Institut für Geschichte der
Naturwissenschaften, Mathematik und Technik
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Förderverein Hamburger Sternwarte e.V. (FHS)

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Termine und Vorträge 2005

Hamburger Sternwarte in Bergedorf

Gojenbergsweg 112, D-21029 Hamburg, Seminarraum (siehe Lageplan)

Astronomiepark Hamburger Sternwarte

Komet


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Zusätzliche Termine 2005


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Mittwochs-Vorträge Sommer 2005
(20.00 Uhr)

Spende: 5 €

Inhaltsangabe der Vorträge

nach dem Vortrag:

Sternwarten-Führung und Beobachtung

PDF-Files, erstellt von Frau Anette Müller


20. April 2005


18. Mai 2005


15. Juni 2005


20. Juli 2005


17. August 2005


21. September 2005


Frühere Vorträge und Aktivitäten:


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Sternwarten-Führung und Beobachtung

Verantwortliche und Mitwirkende vom Förderverein

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Inhaltsangabe der Vorträge

20. April 2005

Dipl.-Phys. Rahlf Hansen (Planetarium Hamburg)
Sonne oder Mond? Die Sternenscheibe von Nebra

Schon ein erster Blick auf die Sternscheibe von Nebra verrät, daß sie etwas mit dem Sternenhimmel zu tun haben muß. Die vermeintliche Mondsichel erkennt jeder, aber was stellt die große Scheibe da? Die Sonne? Der Antwort kommt man näher, wenn man sich der Rosette zuwendet. Ähnliche Darstellungen finden wir in Mesopotamien für die Plejaden. Kombiniert man aber die Plejaden mit der Mondsichel und dem Vollmond, wie Prof. Schlosser (Bochum) es vorschlägt, dann ergibt da sich eine Art Kalender.
Verblüffend ist nicht nur der Kulturkreis, in dem diese Scheibe überraschend gefunden wurde, sondern auch die Nüchternheit. Es fehlen Abbilder von Götter oder mythologische Sternbilder. Eine solche naturalistische Abbildung des Himmels ist höchst ungewöhnlich. Daraus kann man eine Hypothese über die Bedeutung der Scheibe und die Herkunft des Wissens, welches dort vermutlich niedergelegt ist, ableiten.
Stammt das Wissen aus dem fernen Babylon, gab es kulturelle Kontakte über solche gewaltigen Entfernungen?
Kombiniert man die unterstellte ,,Plejadenregel'' mit den seitlichen Bögen, dann findet man die Himmelsrichtungen, wie auf einer modernen Sternenkarte. Hieraus folgt aber ein gewölbter Himmel. Gab es das Weltbild von Thales schon 1000 Jahre vorher? Was kann uns die Scheibe über das Wissen unserer Vorfahren verraten?

Ausstellung in Halle, Landesmuseum für Vorgeschichte: Der geschmiedete Himmel - 15. Oktober 2004 bis 22. Mai 2005




18. Mai 2005
Dr. Walter Puschert (FHS)
Faszination Sonnenuhr


Sonnenuhren sind eine der ältesten Gruppen wissenschaftlicher Instrumente, schon vor mehr als dreitausend Jahren in Ägypten und Griechenland nachgewiesen. Die funktionale Nutzung richtete sich jeweils nach den unterschiedlichen Anforderungen der Menschen. Form und Gestaltung sowie verwendetes Material variieren in weiten Grenzen, vom einfachen Gebrauchsgegenstand bis hin zum wertvollen Kleinod. Sonnenuhren sind Zeitzeugen der jeweiligen Epoche und damit ein Kulturdenkmal.
Im landläufigen Sinn ist eine Sonnenuhr ein Gerät mit einem polwärts gerichteten Schattenstab und einer Tafel, auf der die Uhrzeit abgelesen werden kann.
Als gebräuchlichste Anforderung an eine Sonnenuhr ist die tägliche Anzeige einer Zeitspanne oder eines Zeitpunktes zu nennen. Aber auch die Bestimmung der Jahreszeit, des Tierkreiszeichens oder des Datums und sogar der Himmelsrichtung ist möglich. Unter Verwendung des astronomischen Meßprinzips (Azimut, Deklination oder Stundenwinkel) können Sonnenuhren in ein verständliches Ordnungsschema eingeteilt werden.
Ingenieurmäßige Erfindungskunst brachte es fertig, selbst den Zeitausgleich (Zeitgleichung) zu integrieren oder gar digitale Sonnenuhren zu entwickeln.


15. Juni 2005
StR Katrin Cura (Universität Hamburg, Schwerpunkt Geschichte der Naturwissenschaften)
Astronomie, Chemie und Metallurgie - Georg Agricola (1494-1555): De re metallica libri XII


Die Renaissance ist eine Zeit des Wandels und Aufbruch zu den modernen Wissenschaften, in denen die Gelehrten eigene Experimente durchführten und das Erfahrungswissen der Praktiker zunehmend berücksichtigten.
Die Astronomen führten eigene Beobachtungen durch und verglichen sie mit ihren theoretischen Annahmen. Dagegen war die Chemie noch keine moderne Wissenschaft, bekam aber durch das Montanwesen und die chemisch-metallurgischen Bergbaubücher wichtige Impulse. Einer der bekanntesten Autoren war der Humanist, Arzt und Apotheker Georg Agricola ( 1494-1555), dessen 450. Todestag dieses Jahr gefeiert wird. In seinem bekannten Werk ,,Die zwölf Bücher vom Berg- und Hüttenwesen'' dokumentierte er die Verfahren ausführlich in Wort und 273 (!) Holzschnitten und nahm Grundzüge des modernen Protokollwesens vorweg. Im Vortrag werden seine Beziehungen zu den verschiedenen Wissenschaften dargestellt und anhand von Dias ein Blick in den Bergbau und die Metallurgie jener Zeit gegeben.





20. Juli 2005
Kand. Dipl. Nat. Hist. Henning Krause (Universität Hamburg, Schwerpunkt Geschichte der Naturwissenschaften)
Der Weg zu Einstein


Fotomontage: Michelsons Interferometer und seine Publikation (1887), Albert Einstein (ca. 1906)

Einsteinjahr 2005: Der hundertste Geburtstag der Speziellen Relativitätstheorie hat in den Medien einen wahren Einstein-Boom ausgelöst. Mit dem freundlichen Gesicht und den zerzausten Haaren auf den Titelseiten lässt sich Auflage machen. Meist geht es in den Beiträgen um den Menschen Albert Einstein hinter dem Wissenschaftler, aber auch seine Arbeit wird gewürdigt. Die Entstehungsgeschichte der Speziellen Relativitätstheorie im Vorfeld des Wunderjahres 1905 jedoch wird oft - wie auch in vielen Physiklehrbüchern - ausschließlich aus heutiger Sichtweise dargestellt. Besonders problematisch ist dabei die Einordnung des Michelson-Morley-Versuchs von 1887 als 'experimentum crucis', das die Spezielle Relativitätstheorie bewiesen habe, oder als Paradoxie, die den Physikern den Schlaf raubte.
In diesem Vortrag soll eine ahistorische Sichtweise vermieden werden. Zunächst geht es um den naturwissenschaftlichen Hintergrund gegen Ende des 19. Jahrhunderts: Licht als elektromagnetische Welle und den Äther. Dann werden die Versuche mit dem Michelson-Interferometer und die historische Abfolge ihrer physikalischen Interpretationsversuche bis 1905 geschildert. Es wird ein Erklärungsversuch gegeben, warum das Experiment aus heutiger Sicht wie ein Beweis der Speziellen Relativitätstheorie aussieht, der es aber aus zeitgenössischer Sicht nicht war. Zum Schluss wird erörtert, welche Folgerungen aus dieser Erkenntnis für die Naturwissenschaftsgeschichtsschreibung gezogen werden können.





17. August 2005
OStR Dr. Wolf-Dietrich Kollmann (FHS)
Astronomie und Schule


Beobachtung des Venustransits am 8.Juni 2004

Auch Schülerinnen und Schüler, deren Lieblingsfächer nicht gerade Mathematik und Physik sind, lassen sich oft von astronomischen Fragestellungen begeistern und motivieren. Manchmal genügt schon der direkte Blick auf den Sternenhimmel in einer klaren Nacht außerhalb der störenden Großstadt, um Staunen auszulösen. Oder die Beobachtung der Saturnringe, der Jupitermonde, eines Sternhaufens oder der Sonnenflecken weckt die Begeisterung. Die riesigen räumlichen und zeitlichen Distanzen faszinieren, die Fragen nach dem Unendlichen, dem Anfang, dem Urknall. Hinzu kommt häufig das Interesse an den technischen Möglichkeiten der bemannten Missionen oder gar der interstellaren Raumfahrt.
Die Hamburger Sternwarte und der Förderverein haben das gemeinsame Ziel, die Kuppeln und Teleskope einer breiteren ™ffentlichkeit zugänglich zu machen. Zur Zielgruppe zählen - auch jetzt schon - die Schülerinnen und Schüler aus Hamburg und Umgebung.
Im Vortrag soll gezeigt werden, welche Beiträge zur Astronomie und Astrophysik sich aus den Lehrplänen der allgemeinbildenden Schulen ergeben. Dabei spielt der Fachunterricht in Mathematik und Physik die Hauptrolle, aber auch andere Fächer wie Erdkunde, Kunst und Deutsch tragen zur astronomischen Bildung bei. Vor diesem Hintergrund sollte es gelingen, die Angebote der Sternwarte noch besser auf die Voraussetzungen der Besucher abzustimmen.



21. September 2005
Prof. Dr. Karin Reich (Universität Hamburg, Schwerpunkt Geschichte der Naturwissenschaften)
Carl Friedrich Gauß (1777-1855) und die angewandte Mathematik

Im Jahre 2006 wird die ,,International Mathematical Union'' erstmals den ,,Carl Friedrich Gauss Prize for Application of Mathematics'' verleihen.

Daß Gauß auch in den Gebieten Astronomie, Geodäsie und Physik Großartiges geleistet hat, ist allgemein bekannt.

Aber daß es ihm gelang, aus den Anwendungen wiederum mathematischen Nutzen zu ziehen, ist weit weniger geläufig. Dieser spezielle Aspekt soll an mehreren Beispielen näher erläutert werden. Man darf gespannt sein, wer als erster angewandter Mathematiker im nächsten Jahr mit dem Gauß-Preis ausgezeichnet werden wird.

Carl Friedrich Gauß (1777-1855)
vor der Göttinger Sternwarte


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Die Sternwarte kann folgendermaßen erreicht werden:
Lageplan


Gudrun Wolfschmidt an-email20. September 2005 go home IGN - Uni Hamburg

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